Scharlatan



external image 180px-Pietro_Longhi_015.jpg Pietro Longhi Der Scharlatan

Als Scharlatan wird eine Person bezeichnet, welche vorgibt, ein bestimmtes Wissen oder Fähigkeiten zu besitzen, ohne dies belegen oder beweisen zu können.
Die Herkunft des Begriffs ist auf eine Verschmelzung des Ortsnamens Cerretano und dem italienischen Wort ciarlare („schwätzen“) zurückzuführen. Die Cerretani, Einwohner des italienischen Städtchens Cerreto, standen im Mittelalter in dem schlechten Ruf, als Stadtstreicher durch die Gegend zu ziehen und arglosen Menschen mit Gaukeleien und Betrügereien das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dementsprechend wurde der Begriff Scharlatan bald zum Synonym für alles landfahrende Volk wie auch Alchimisten oder Geisterbeschwörer.
Der Historiker Johann Burkhardt Mencke latinisierte den volkstümlichen Begriff Scharlatan in seiner Veröffentlichung De Charlataneria Eruditorum („Charlatanerie der Gelehrten“) aus dem Jahr 1713. Diesem Werk ließ er eine weitere Reihe von Spezialveröffentlichungen folgen, nämlich über die Scharlatanerie der Ärzte (1717 und 1719), der Geistlichen (1735) und der Juristen (1742).
Bis heute wird der Begriff Scharlatan als Schimpfwort verstanden und in der Öffentlichkeit selten verwendet. In der Literatur steht er eher für eine kritische Auseinandersetzung mit Werken oder Begebenheiten denn als Bezeichnung für eine Person:
  • Ephraim Kishon: Picasso war kein Scharlatan
  • Herbert Selg: Sigmund Freud – Genie oder Scharlatan?
  • Heinrich Zankl: Fälscher, Schwindler, Scharlatane – Betrug in Forschung und Wissenschaft

Die Oper Šarlatán des tschechischen Komponisten Pavel Haas wurde 1938 uraufgeführt; die literarische Vorlage dafür bildete Josef Wincklers Roman über den als Kurpfuscher oder Quacksalber verschrieenen Doktor Eisenbarth.




(Quelle: http://de.wikipedia.org)

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