Fahrendes Volk

Heimatlosigkeit



Der Begriff Heimatlosigkeit bezieht sich auf ein vielschichtiges Phänomen, das um die Abwesenheit von Heimat und Heimatgefühl kreist.
Zunächst steht der Begriff daher im Kontext einer geographischen Heimatlosigkeit, sei es durch Obdachlosigkeit oder durch Vertreibung, Flucht, Migration bzw. Exil.
In einem übertragenen Sinne ist meist metaphorisch unter anderem die Rede von:
  • der geistigen und lokalen Heimatlosigkeit des Philosophen Friedrich Nietzsche („Heimatlos“ war aber zu Zeiten Nietzsches in der Schweiz der offizielle Ausdruck für Staatenlosigkeit)
  • der einsamen Heimatlosigkeit als neuer Tendenz in der südkoreanischen Literaturszene
  • vom Wohnung beziehen in der Heimatlosigkeit (Vilém Flusser)
  • der Heimatlosigkeit der Macht (Alexander Fest)
  • der Heimatlosigkeit der Frau im Patriarchat (Christa Mulack)
Nicht wenige Kulturkritiker betrachten mit Sorge die moderne Rationalisierung der Heimatlosigkeit als „Freiheit“, die sich aber nur als bloß beziehungslose und konsumistische Freiheit gestaltet. Umstritten ist auch die Vermischung von Weltbürgertum mit Heimatlosigkeit. Kinder von rotationsunterliegenden Diplomaten sind oft durch Heimatlosigkeit geprägt.
Schließlich wird auch in einem religiösen Kontext von Heimatlosigkeit gesprochen. Vor allem im christlichen Kontext der Nachfolge Christi gilt Heimatlosigkeit neben Familienlosigkeit und Besitzlosigkeit als ein Merkmal eines apostolischen Lebensstils. Dabei steht jedoch die Relativierung und der Verlust der irdischen Heimat im Gegensatz zum Gewinn der "himmlischen Heimat" bei Gott.
In allen Bedeutungsrichtungen ist Heimatlosigkeit zum Thema von Film, Literatur und Kunst.




(Quelle: http://de.wikipedia.org)

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