Fahrendes Volk

Hans im Glück



Hans im Glück ist ein Schwank. Er steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der Zweitauflage von 1819 an Stelle 83 und stammt aus der Zeitschrift Wünschelruthe, wo August Wernicke ihn 1818 veröffentlichte.

Inhalt

Hans erhält als den Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen Gold. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gibt er für einen Schleifstein mitsamt einem einfachen Feldstein her. Er glaubt, jeweils richtig zu handeln, da man ihm sagt, ein gutes Geschäft zu machen. Von Stück zu Stück hat er auf seinem Heimweg scheinbar weniger Schwierigkeiten. Zuletzt fallen ihm noch, als er trinken will, die beiden schweren Steine in einen Brunnen.
  • „So glücklich wie ich, rief er aus‚ gibt es keinen Menschen unter der Sonne‘. Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war.“
  • Fassung der Brüder Grimm
Endlich war er glücklich, die schweren Steine nicht mehr tragen zu müssen.

Stil

„Hans im Glück“ ist eines der Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, das nicht mit dem traditionellen Es war einmal ... beginnt.
Entgegen weit verbreiteten Annahmen beginnen nur etwa 41 % aller Grimmschen Märchen mit "Es war(en) einmal ..." oder dessen mundartlichen Äquivalenten. Zur Erheiterung der Zuhörer war die Reihe der Reden geeignet, mit denen jedermann Hans über den Tisch zu ziehen versteht, und die jedes Mal ein realistischer Lobgesang auf die angepriesenen Alltagsgüter sind.

Interpretationen

Das Märchen lässt mehrere volkstümliche Interpretationen („Lehren“) zu, die auf der Hand liegen. Dabei: „Nur die Einfalt findet das Glück“ oder „Frei zu sein, ist mehr als Gut und Geld“ oder auch „mundus vult decipi“ (lat., „die Welt will betrogen sein“). Künstlerisch ist dies als eine Stärke anzusehen.
Tragisch bearbeitete der dänische Schriftsteller Henrik Pontoppidan das Motiv in seinem mehrbändigen Roman Hans im Glück (1898-1904, dt. 1906).
Die Clownrolle Oleg Konstantinowitsch Popows weist Parallelen zu Hans im Glück auf.
In den Wirtschaftswissenschaften dient das Märchen von Hans im Glück gelegentlich dazu, die Bedeutung des Axioms der Transitivität zu verdeutlichlichen.




(Quelle: http://de.wikipedia.org)

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