Pack + Gesindel

Die Verrufenen - Spielfilm

von Gerhard Lamprecht, unter Mitwirkung von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz, 1925

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Asyl "Die Palme" in der Fröbelstraße, Filmszene aus "Die Verrufenen"


In diesem Klassiker des deutschen Stummfilms beschäftigt sich der Regisseur Gerhard Lamprecht mit den Ärmsten der Armen in der Reichshauptstadt Berlin. Die Geschichte des Films zeigt anhand zweier Haftentlassener unterschiedliche Milieus und deren Lebensbedingungen in den 1920er Jahren.
Gustav (Arthur Bergen), der Haftentlassene, dessen Leben sich in den proletarischen Hinterhöfen Berlins abspielt, schmeißt zur Begrüßung im Wirtshaus eine Lokalrunde und wird von Groß und Klein herzlich in Empfang genommen. Mit kleinen Gaunereien einerseits und Großzügigkeiten gegenüber seines Standes andererseits, scheint er genau da anzuknüpfen, wo er vor seiner Inhaftierung aufgehört hatte.
Ganz anders stellt es sich bei Robert Kramer (Bernhard Goetzke) dar, der wegen Meineids gesessen hatte. Er wird nach der Haft von seinem Vater und den anderen Leuten seines ursprünglichen Milieus verstoßen und muss sich, immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert, durchbeißen. Bei seiner Odyssee durch die Welt des "fünften Standes" verbringt er auch eine Nacht im städtischen Obdachlosenasyl in der Fröbelstraße, dem heutigen Vivantes-Krankenhaus am Prenzlauer Berg. Nachdem es Robert Kramer geschafft hat, seinen vorherigen Lebensstandard wieder zu erreichen, sinniert er Rückblickend über Vergangenes nach und kommt zu dem Schluss: "Armut und Elend, Laster und Alkohol machen die Leute zu dem, was man den fünften Stand nennt."





(Quelle: http://marginalisierte.de/ )

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