Deutsche Freischar

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Freischarlilie.gif
Freischarlilie als Erkennungszeichen


Die Deutsche Freischar – Bund der Wandervögel und Pfadfinder (DF) war eine wichtige Gruppierung innerhalb der Jugendbewegung zur Zeit der Weimarer Republik. Entstanden aus der Vereinigung von zahlreichen kleineren Wandervogel- und Pfadfinderbünden, war sie neben dem Deutschen Pfadfinderbund und der Reichsschaft Deutscher Pfadfinder einer der größten und bedeutendsten Bünde der Bündischen Jugend.

Geschichte

Die DF entstand 1926 aus dem Zusammenschluss des Großdeutschen Pfadfinderbundes (eine Vereinigung von Bund Deutscher Neupfadfinder und Bund der Ringpfadfinder) mit dem Altwandervogel, Deutsche Jungenschaft, dem Wandervogel, Deutscher Jungenbund und dem Reichsstand, Gefolgschaft deutscher Wandervögel zum Bund der Wandervögel und Pfadfinder. Im März 1927 schließt sich der Bund der Köngener an, im April desselben Jahres erfolgt die Umbenennung in Deutsche Freischar, am 27. Oktober 1927 schließt sich der Wandervogel-Mädchenbund der Freischar an. Bis 1928 folgen weitere kleine Bünde, Ende 1929 zählt der Bund 12000 Mitglieder (davon 1500 Frauen und Mädchen).
Unter ihrem Bundesführer Ernst Buske, der übertrieben nationalistisches Gebaren ablehnte, steuerte die Deutsche Freischar einen Kurs politischer Mäßigung. Dafür war sie als „liberalistisch“ verschrien; und man bezichtigte sie sogar des Hochverrats, als sie sich 1928 weigerte, an den Demonstrationen rechtsgerichteter Kreise gegen den Young-Plan teilzunehmen.
Am 4. Mai 1930 schließen sich Deutsche Freischar und Großdeutscher Jugendbund (unter Admiral von Trotha) vorübergehend unter dem alten Namen Deutsche Freischar zusammen. Es entsteht ein Großbund mit bis zu 16.000 Mitgliedern, der aber nicht lange zusammenhält, so dass ab Oktober 1930 die alte Deutsche Freischar wieder ein eigenständiger Bund wird.
Gleichzeitig mit dem Zusammenschluss von Freischar und Großdeutschem Jugendbund wurde Eberhard Koebel, bekannter unter seinem Fahrtennamen Tusk, aus dem Bund ausgeschlossen, einige Gaue folgten ihm und bildeten einen eigenen Bund, die Deutsche Jungenschaft vom 1. 11. (dj.1.11), zu dessen Bundesführer er wurde.
Am 17. Juni 1933 wurde der Bund gemeinsam mit den anderen Mitgliedsbünden des Großdeutschen Bundes durch den kurz zuvor ernannten Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach verboten.
Die Deutsche Freischar wurde 1946 als Sturmschwalben – Ring Deutscher Jugendgruppen wieder gegründet, nannte sich später Bündische Freischar und heißt seit 1950 wieder Deutsche Freischar. In den Jahren 1953 und 1954 geht ein Großteil des Bundes im neuen Bund auf, aus dem später der Bund deutscher Jungenschaften (BdJ) entsteht.
Die Freischar blieb erhalten, hat aber heute nur noch einige Hundert Mitglieder. Die Freischar ist Mitglied im Ring junger Bünde (RjB).