Aussteiger und Querdenker

Aussteiger



Als Aussteiger bezeichnet man Menschen, die sich durch ihr Verhalten von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien versuchen, indem sie aus der Gesellschaft innerlich oder äußerlich „aussteigen“. Klassische Beispiele für diese Form des Eskapismus sind Alternativbewegungen wie die Hippies oder die New-Age-Bewegung. Auch ehemalige Mitglieder von Sekten oder von Neonazi-Strukturen werden als Aussteiger bezeichnet.

Äußerer und innerer Ausstieg

Zu einem äußeren Ausstieg zählt, dass Aussteiger aufgeben, was ihnen im Leben vor dem Ausstieg wichtig erschien. Dazu gehört im Regelfall alles, was ihr Leben vorher bestimmte und lenkte. So zum Beispiel ihre Erwerbsarbeit, Freunde und Bekannte, Glaubensgemeinschaften, politische Systeme und Bewegungen, den Wohnort oder alte Gewohnheiten. Der Hintergrund für den Ausstieg aus dem bisherigen Leben kann vielfältig sein. Grundsätzlich geht dem Ausstieg eine Kritik voran, welche sich meist auf die Gruppe oder das System seiner vorherigen Lebensweise bezieht. Gesellschaftliche Aussteiger kritisieren z.B. das vorherrschende Gesellschaftssystem, in dem sie sich nicht mehr wiederfinden. Gespräche mit diesen Aussteigern zeigen, dass die Zwänge und Regelungen einer Gesellschaft oft nicht den Neigungen und Ansichten ihrerselbst entsprechen. Häufig wird von Aussteigern der wachsende Kapitalismus als Auslöser für ihre Gedanken genannt, der durch viele seiner Eigenschaften die soziale Gemeinschaft gegeneinander ausspielen und entfremden würde. Interessant ist dabei, dass gesellschaftliche Aussteiger sich meist nach einem Leben in Ruhe und Einsamkeit sehnen, anstatt Gruppierungen aufzusuchen. Nicht selten gehen sie alleine weg und kappen alle sozialen Bindungen.
Gründe für einen Ausstieg finden sich aber auch in den verschiedensten Bereichen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens oder des Mainstreams. Die Normen und Werte des Aussteigenden entsprechen oft nicht mehr denen der Allgemeinheit oder der zuvor zugehörigen gesellschaftlichen Gruppe. Nur durch den radikalen Wandel seiner Position in der Gesellschaft sieht der Aussteiger eine Möglichkeit, sein persönliches Gleichgewicht bzw. eine innerliche Befriedigung wieder herzustellen.
Als Synonym für einen inneren Ausstieg, bei dem ein geregeltes Leben oberflächlich beibehalten wird, innerlich aber mit der Außenwelt gebrochen wird, verwendet man auch den Begriff der „inneren Emigration“. Insbesondere in politischen Diktaturen war dies oft die einzige Möglichkeit, sich den Zwängen des Systems wenigstens halbwegs zu entziehen.




(Quelle: http://de.wikipedia.org)

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